Blog: Stabil bleiben - echt jetzt, CSU?

imgflip

24. August 2021

Aktuell wirbt die CSU auf Wahlplakaten mit "Damit Deutschland stabil bleibt." Zunächst erinnert man sich an Adenauers Wahlkampfslogan „Keine Experimente“.

Mittlerweile wissen wir, dass da ein großes Experiment völlig aus dem Ruder gelaufen ist: Das Experiment, alles der industriellen Entwicklung unterzuordnen, Raubbau an der Natur zu betreiben und die Vorräte an fossilen Energien lustig zu verbrennen. Und auch das Experiment, der Markt wird Wohlstand für alle schaffen, ist deutlich gecrasht.

Deutschland

Ist die Corona-Pandemie nicht ein weltweites Problem? Gibt es Grenzen für das Klima? Hatte nicht der Wohlstand und der Frieden in Deutschland nur eine Chance im Prozess der europäischen Einigung? Also wir holen gerade Menschen aus Afghanistan, das hat aber mit Deutschland nichts tun, es sind ja bloß Deutsche oder den Deutschen verbundene Ortskräfte. Vielleicht sollte man schon froh sein, dass die CSU nicht nur Bayern im Blick hat, sondern ganz Deutschland? Deutschland, das ohne seine Exporte in die ganze Welt nicht denkbar ist. Erst war Globalisierung der Hype und jetzt reicht es, auf Deutschland – als womögliche – Insel der Seligen zu schauen?

Stabil bleiben

Also wir sind jetzt stabil, sonst könnten wir ja nicht stabil bleiben. Jedenfalls will uns die CSU das glauben machen. Stabil rast Scheuer ungebremst ins Mautdesaster. Stabil steigen die Mieten. Stabil geht die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander. Stabil bleibt das Digitalisierungsdefizit in den Schulen, die stabil geöffnet und wieder geschlossen werden. Stabil steigt die Anzahl der Corona-Infizierten. Stabil bleibt der Mangel an Pflegekräften und -plätzen. Stabil sehen die Überflutungsgebiete aus. Stabil wechseln wir von Verbrennungsmotoren zur E-Mobilität. Also gut ich sehe ein: Die Anzahl der Windkraftanlagen in Bayern bleibt stabil am Boden.

Wegducken vor Veränderungen und der Zukunft

Insgesamt scheint ein Missverständnis von „konservativ“ prägend zu sein. Es geht eben nicht darum, alles stabil zu halten, also einzufrieren. Bewahren könnte man stattdessen die Entwicklungschancen der Menschheit, bewahren könnte man das Streben nach Verständigung und Teilhabe, bewahren könnte man die Natur. Also dynamische Prozesse, die auf Zukunft angelegt sind, das wäre eigentlich etwas, was einen Konservativen herausfordern könnte.

Kopf hoch und in die Zukunft geschaut

Also nicht rückwärts und nicht auf den Boden, sondern nach vorne, dort, wo es hingehen soll. Und das so, dass der gesamte Horizont im Blick ist, die Verflochtenheit der internationalen Gesellschaften. Wir wollen uns nicht lähmen lassen durch eine falsch beschworene „Stabilität“ , die es weder gibt, noch anzustreben ist. Da zeigt sich, dass die „alte“ SPD tatsächlich jung geblieben ist. Wir gehen die Zukunftsthemen an, wie junge Leute das tun: Mit Mut und Zuversicht. Wir setzen unsere politische Erfahrung ein und können auf die vielfältigen Talente und das Wissen unserer Mitglieder setzen. Gemeinsam sind wir stark, ist eine bewährte Tugend bei uns. Hilf mit, wähle SPD!

(Autor: Bernhard Lorenz)

Teilen